FLECKEN AHLDEN UND SCHLOSS AHLDEN AN DER ALLER IM KREIS SOLTAU FALLINGBOSTEL

Der Flecken Ahlden    Das Wappen von Ahlden

Eingang zum Schloss Ahlden in Ahlden an der Aller

Das Schloss Ahlden Eingangsportal

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Chronik von Ahlden Die Prinzessin von Ahlden Das steinerne Herz

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Eine erste urkundliche Erwähnung fand der Flecken Ahlden im Jahre 1140, als der Bischof Siward die Einkünfte von Alethen einer Nonne Rasmoda überließ. Im Jahr 1160 schenkte der Edelherr Mirabilis Teile seiner Güter in und um Ahlden dem Bistum Minden . Im Jahre 1202 fand die Ahldener Kirche ihre erste urkundliche Erwähnung.

Karte Ahlden mit der Bunkenburg

Ahlden mit der Bunckenburg im Jahr 1782

Erst im 13. Jahrhundert tauchte das adlige Geschlecht derer von Ahlden auf, deren Angehörige seitdem vielfach als Ritter genannt werden. Im Streit mit dem Bistum und den Welfen verloren die Herren von Ahlden 1431 das Schloss, die Vogtei und ihre Güter. Die Ursache war, dass ihr Versprechen gebrochen hatten, keine Fehde und keine Raubzüge mehr zu unternehmen. Die Herren von Ahlden blieben jedoch in der Gegend des Fleckens Ahlden ansässig. Das Geschlecht derer von Ahlden erlosch im Jahr 1762 mit dem Rittmeister von Ahlden auf Fulde und Südcampen.

1431 kam Ahlden in den Besitz des Lüneburger Herzogs, der das fürstliche Amt Ahlden einrichtete. Es übernahm die Verwaltung und übte die Gerichtsbarkeit aus. Zum Amt gehörte auch das Schloss. Die Einrichtung wurde von einem Amtmann geleitet, der die Abgaben der Bürger eintrieb und auf dem landeseigenen Bauernhof, dem Vorwerk beim Schloss, Landwirtschaft betrieb.

Nach rund 450 Jahren des Bestehens wurde das Amt Ahlden 1884 aufgelöst und ging über in den Kreis Fallingbostel.

 Ansicht Ahlden - Stich von  Merian 1654

Die Merian-Beschreibung von 1654 fasst die Orts- und Schlossgeschichte wie folgt zusammen:

"Ahlden ist ein fürstlich lüneburgisches Amtshaus und ein kleiner Flecken. Es war vor Jahren dem adligen Geschlecht derer von Ahlden zugestanden, aber durch Verbrechen gegen den Landesfürsten und Lehnsherren eingezogen und zum Amtshaus gemacht. Früher stand das Schloss an einem anderen Platz zwischen Leine und Aller, der Brunkenburg genannt wird. Das jetzige Schloss hat Herzog Christian zu Braunschweig und Lüneburg 1613 durch den Drosten Johann Behren ganz neu erbauen lassen. Es ist eine Vierflügelanlage mit schönen Giebeln, tiefem Wassergraben und einem Wall, der von einem Graben umgeben wird.
Ansicht von Ahlden von Merian
 
Die Gegend ist gut mit schönen Auen und Wiesen, fruchtbaren Äckern und Eichenwäldern. Bei Kriegen wurden die Brücken über Aller und Leine abgebrannt, im Dreißigjährigen Krieg dazu auch der Flecken selbst. In diesem Krieg hatten Kaiserliche das Schloss besetzt. Es wurde von 800 Mann der dänischen Besatzung aus Nienburg angegriffen, aber nicht erobert. "

Fassade Schloss Ahlden erbaut anno domini 1579

Das Schloss Ahlden als Verbannungsort

Die Entwicklung von Ahlden ist eng verbunden mit dem um 1430 entstandenen Schloss Ahlden, das zunächst als Wasserburg erbaut wurde. Gegenüber der Burg auf der anderen Flussseite der Aller lag die Ringwallanlage Bunkenburg, deren Entstehungszeit im 13. Jahrhundert vermutet wird.

Schloss Ahlden diente von 1694 bis 1726 als Verbannungsort für Prinzessin Sophie Dorothea von Braunschweig-Lueneburg,

Prinzessin Sophie-Dorothea war die - auf Bestreben ihres Vaters, des Herzogs von Celle-Lueneburg und Bruder des Kurfuersten Georg von Hannover - ungluecklich verheiratete Gemahlin des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover, ab 1714 König Georg I. von Großbritannien. Wegen ihrer Beziehung zu dem Grafen von Königsmarck musste sie als "Prinzessin von Ahlden" bis zu ihrem Tode in Einsamkeit leben. Nach dem verheerenden Ortsbrand von Ahlden im Jahr 1715 steuerte sie erhebliche Geldsummen zum Wiederaufbau bei.

Das Scheunenviertel des Ortes - Foto oben  und unten die Scheune in den 70er Jahren) -  ist ortsbildprägend und wurde erstmals 1632 urkundlich erwähnt, als im Dreißigjährigen Krieg kaiserliche Truppen unter Tilly den Ort niederbrannten. Zu weiteren Zerstörungen der Scheunen kam es bei den großen Ortsbränden 1715 und 1847. Beim vorherigen großen Ortsbrand 1684 waren nur vier Häuser stehen blieben.

Ahlden Aller Scheunenviertel

Beim Brand einer Scheune 1995 konnte ein Übergreifen des Feuers auf die anderen Scheunen verhindert werden. Heute sind noch etwa 25 Scheunen erhalten, die größtenteils einen denkmalwürdigen Zustand aufweisen und teilweise als Wohnhäuser genutzt werden.

Der Roman Das steinerne Herz (1956) des Dichters Arno Schmidt aus Bargfeld in der Suedheide bei Eschede spielt im Jahr 1954  ( Foto unten zeigt die Bahnhofgaststaette Ahlden in den 50er Jahren)teilweise in Ahlden. Arno Schmidt beschreibt den Ort Ahlden in seinem Roman und streut auch Erlebnisse ein, die er bei einem Besuch 1954 in Ahlden hatte. Für Recherchen hielt sich der Schriftsteller Arno Schmidt mit seiner Frau Alice 1954 sogar zweimal in Ahlden auf.

Die Bahnhofsgaststaette von Ahlden in den 50er Jahren - Arno Schmidt Das steinerne Herz

Ihm zu Ehren wurde am 4. August 2001 ein parkähnliches Waldstück mit Eichenbäumen und Rhododendrenbüschen beim alten Feuerwehrhaus als "Arno-Schmidt-Hain" benannt.

Wechselnder Aller und Leine-Verlauf bei Ahlden

Der Flecken Ahlden entstand ursprünglich am Flussufer der Aller, wo es eine günstige Überquerungsmöglichkeit gab. Anfangs war es eine Holzbrücke, die durch Kriegshandlungen oder Eisgang zerstört wurde. Später wurde ein Fährbetrieb durchgeführt.

Heute befindet sich der Flecken Ahlden an einem kleinen Altarm der Aller, der seit dem Jahr 1618 Leinewasser führte und seither auch "Alte Leine" genannt wird .

Das kommnt daher , dass ab dem Jahr 1618 die Aller ihr Flussbett bei hohem Wasserstand weiter nach Osten verlegte. Danach floss durch einen Dammbau flussaufwärts das Wasser der Leine im Bett der Aller an Ahlden vorbei. Ab 1648 wandelte sich der Flusslauf der "Alten Leine" in einen streckenweise trockengelegten Altarm.

Im Jahr 1931 entstand in Ahlden eine neue Stahlbetonbrücke. Diese Bruecke wurde wegen ihres blauen Anstrichs damals von den Einwohnern Ahldens nur die "Blaue Brücke" genannt .

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sprengte die Wehrmacht die Brücke bei Ahlden bei der Annäherung der britischen Truppen. Durch herumfliegende Trümmerteile bei der Sprengung der "Blauen Bruecke" wurde im nehegelgenen Schloss Ahlden ein Justizwachtmeister getötet. Nach dem Krieg errichteten britische Pioniere eine Behelfsbrücke, die bis zum Bau einer neuen Brücke 1960 bestand.

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